
Kurzfilm: Mein Letztes Konzert

Sounddesign für den preisgekrönten Film "Mein Letztes Konzert".
Das bisher dunkelste, aber zugleich emotionalste Projekt, an dem ich gearbeitet habe.
Meine Beteiligung am Kurzfilm Mein Letztes Konzert war ein Beweis für die Kraft der Zusammenarbeit und kreative Synergien. Hier erzähle ich die Geschichte, wie ich die Rolle des Supervising Sound Designers für dieses bemerkenswerte Projekt übernahm und welche emotionalen Tiefen wir ausloten wollten:
Die Reise begann, als der Kameramann des Films, ein Kommilitone an der Fachhochschule Dortmund, gemeinsam mit Regisseur Selcuk Cara auf meinen Sounddesign-Professor zuging. Sie schlugen vor, das Sounddesign des Films im akademischen Rahmen zu entwickeln. Nachdem eine Einigung erzielt worden war, wurde mir die Rolle des Supervising Sound Designers anvertraut.
Als Supervising Sound Designer beschränkte sich meine Verantwortung nicht nur auf einzelne Sounddesign-Aufgaben. Meine Aufgabe war es, die Arbeit der beiden beteiligten Sounddesigner – einschließlich meiner eigenen – mit der kreativen Vision des Regisseurs in Einklang zu bringen. Ich stellte sicher, dass die auditiven Elemente nahtlos mit der Erzählstruktur und den visuellen Aspekten des Films harmonierten.
Einer der erinnerungswürdigsten Aspekte dieses Projekts war die Zusammenarbeit mit dem renommierten Klarinettisten Giora Feidman. Durch die Kontakte des Regisseurs in die klassische Musikszene hatten wir die Ehre, mit Feidman zu arbeiten, der bereits für Steven Spielbergs legendären Film Schindlers Liste gespielt hatte. Seine Beteiligung verlieh unserem Projekt eine besondere Tiefe, da sich My Last Concert ebenfalls mit Themen aus der NS-Zeit befasste. Feidmans Anerkennung, dass unsere Klarinettenaufnahmen zu den professionellsten gehörten, die er in seiner Karriere gehört hatte, war eine große Ehre für unser Team.
Im Zentrum des Films stand die emotionale Erzählung einer älteren Frau, die sich an ihre vermeintliche Schuld erinnert: Sie hatte einst das Versteck einer jüdischen Familie an die Nazis verraten. Diese Erzählung schlug eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und wurde durch das Sounddesign zusätzlich verstärkt.
Die mehrfachen Auszeichnungen des Films sowie seine Bewertung als „besonders wertvoll“ unterstrichen die Bedeutung unserer gemeinsamen Arbeit. Teil eines solch erfolgreichen Projekts zu sein, war eine Quelle des Stolzes und ein Beweis für das Engagement des gesamten Teams.
Die Bildsprache des Films bot uns als Sounddesigner die Möglichkeit, zusätzliche Erzählebenen zu schaffen, die jenseits des Sichtbaren existierten. Neben dem Voice-over erzählten wir durch atmosphärische Geräuschkulissen eine zweite Geschichte und intensivierten so das immersive Erlebnis für das Publikum.
Die Erfahrung, Projekte in meiner Rolle als Supervising Sound Designer zu planen und zu organisieren, hat sich als unschätzbar wertvoll für meine gesamte kreative Laufbahn erwiesen. Diese Fähigkeiten begleiten mich bis heute in meiner Arbeit an verschiedenen Projekten.
Zusammenfassend war meine Arbeit an Mein Letztes Konzert geprägt von intensiver Zusammenarbeit, emotionaler Tiefe und großer Anerkennung. Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie stark Sound das Storytelling beeinflussen kann, und betonte die Bedeutung von effektiver Planung und Organisation in kreativen Prozessen. Die nachhaltige Wirkung des Films und seine eindringliche Botschaft inspirieren mich bis heute in meiner Arbeit im Bereich Sounddesign und Storytelling.


